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Intensivierung von Handel und Investitionen im Bereich der kritischen Rohstoffe
Eine sichere und nachhaltige Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist von zentraler Bedeutung für den grünen und den digitalen Wandel. Sie ist zudem entscheidend für die Stärkung der Fähigkeiten der EU auf dem Gebiet der Sicherheit und der Verteidigung.
Auch wenn die europäische Verordnung zu kritischen Rohstoffen darauf abzielt, eine vielfältige, sichere und nachhaltige Versorgung der EU-Industrie mit kritischen Rohstoffen sicherzustellen, ist die EU bei der Versorgung mit diesen Rohstoffen nach wie vor nicht autark und wird weiterhin auf Einfuhren angewiesen sein.
Das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur wird substanziell zur Sicherung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen beitragen, da die Mercosur-Länder wichtige Erzeuger vieler dieser Stoffe sind, und dies geschieht auf sichere und nachhaltige Weise.
| Land | Kritischer Rohstoff | Anteil an der weltweiten Menge | Anteil an der EU-Beschaffung | Verwendung |
| Brasilien | Aluminium/Bauxit | 10,4 % der Extraktion | 12 % | Aluminiumproduktion |
| Natürlicher Grafit | 7,5 % der Extraktion | 13 % | Batterien, feuerfeste Materialien für die Stahlerzeugung | |
| Niob | 88,8 % der Verarbeitung | 82 % | Hochfester Stahl und Superlegierungen für Transport und Infrastruktur, High-Tech-Anwendungen (Kondensatoren, supraleitende Magnete usw.) | |
| Mangan | 6,1 % der Extraktion | 8 % | Stahlerzeugung, Batterien | |
| Siliciummetall | 7,2 % der Verarbeitung | 9 % | Halbleiter, Photovoltaik, elektronische Bauteile, Silikone | |
| Vanadium | 4,8 % der Verarbeitung | 7 % | Hochfeste Niedriglegierungen | |
| Tantal | 15,9 % der Extraktion | 16 % | Kondensatoren für elektronische Geräte, Superlegierungen | |
| Argentinien | Lithium | 11 % der Verarbeitung | 6 % | Batterien, Glas und Keramik, Stahl- und Aluminiummetallurgie |
Quelle: Studie zu den kritischen Rohstoffen für die EU 2023 – Abschlussbericht (europa.eu)
Niedrigere EU-Zölle auf kritische Rohstoffe bedeuten
- mehr Ausfuhren aus Mercosur-Ländern in die EU.
- billigere Einfuhren = geringere Kosten = mehr Wettbewerbsfähigkeit für die EU.
Niedrigere EU-Zölle auf Erzeugnisse aus kritischen Rohstoffen bedeuten
- einen Anreiz für den Mercosur, die lokale Produktion von Mehrwertprodukten zu entwickeln, insbesondere da die „Tarifeskalation“ (d. h. höhere Einfuhrzölle für stärker verarbeitete Waren im Vergleich zu vorgelagerten Materialien) wegfällt.
Größere Sicherheit und Berechenbarkeit der Lieferketten:
- Diversifizierung der Beschaffung, Stärkung der Ausfallsicherheit der Lieferketten.
- Keine Mindestpreise oder anderen Preisvorgaben, die zu höheren Exportpreisen führen.
- Keine Ausfuhrsteuern als allgemeiner Grundsatz. Für eine begrenzte Anzahl von Erzeugnissen aus einem Land (Brasilien) sind begrenzte Ausnahmen zulässig, sofern Käufern aus der EU im Vergleich zu Nicht-EU-Akteuren Präferenzen (niedrigere Ausfuhrsteuern) gewährt werden.
- Keine Ausfuhrmonopole, die die Ausfuhrmengen begrenzen oder höhere Preise festsetzen könnten.
- Keine nicht automatischen Einfuhrlizenzverfahren.
Mehr Investitionsmöglichkeiten:
- EU-Unternehmen werden in den Genuss der Niederlassungsfreiheit kommen und keiner Diskriminierung ausgesetzt sein, wenn sie in die Industrie des Mercosur investieren wollen.
- Das Abkommen wird EU-Investitionen in die Entwicklung der lokalen Industrie zur Verarbeitung kritischer Rohstoffe erleichtern.

Nachhaltigkeit im Zentrum des Handels mit kritischen Rohstoffen
Das EU-Mercosur-Abkommen wird einen der höchsten Nachhaltigkeitsstandards beim Handel und bei den Investitionen im Bereich der kritischen Rohstoffe gewährleisten. Dies geschieht durch
- Festschreibung eines eigenen Kapitels über Handel und nachhaltige Entwicklung.
- Förderung von Standards für die soziale Verantwortung der Unternehmen.
- Leistung eines Beitrags zur Verbreitung internationaler Instrumente für ein verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement.
- Aufrechterhaltung der Verpflichtungen der Unternehmen zur Einhaltung der einschlägigen umwelt- und arbeitsrechtlichen Vorschriften des betreffenden Landes.
